Leichtfertigkeit verärgert Steuerwald.

Mit 1:3 (22:25; 25:23; 19:25; 17:25) verlor der TSV Unterhaching gegen die Netzhoppers KW-Bestensee, holte aber den ersten Satz seit Mitte Januar.

Im ersten Durchgang liefen die Hausherren nach einer starken Aufschlagserie des Esten Karli Allik erstmal einem Rückstand hinterher. Da beide Teams diverse Aufschlagfehler praktizierten, kam kein rechter Spielfluss zustande. Nach der zweiten technischen Auszeit blockte sich Haching (durch Jonas Sagstetter, Suck und Gehringer) heran, Jonas Sagstetter gelang sogar der Ausgleich zum 21:21. Den folgenden, längsten Ballwechsel der Partie entschieden die Netzhoppers durch Timmermann für sich und holten den Satz durch einen Block von Weir.

Auch im zweiten Satz geriet man schnell in Rückstand, doch Jonas Sagstetter trieb sein Team zum 8:8 Ausgleich. Paul Gehringer holte die erste Führung zum 11:10, der Vorsprung wurde nun größer. Dazu trugen nun auch einige Fehler der Gäste bei. Fabian Suck konnte beim 19:14 einen Fünf-Punkte-Vorsprung erzielen. Der war auch nötig, denn das junge Team von Coach Patrick Steuerwald zeigte zum Satzende Nerven. Drei Satzbälle vertendelte Haching, bevor Jonas Sagstetter sein Team mit dem vierten Satzball erlöste.

Der dritte Satz begann sehr ausgeglichen, Jonas Sagstetter und Simeon Topuzliev steuerten Asse bei. Beim 13:13 kassierten die Gäste in Person von Kapitän Westphal nach heftigen Diskussionen um eine strittige Schiedsgerichtsentscheidung eine gelbe Karte. Mit Wut im Bauch drehten die Gäste nun auf, während sich Haching in sein Schicksal ergab. Sehr zum Ärger von Patrick Steuerwald. „Wenn ich sowas nochmal sehe, seid ihr draußen!“ schimpfte er lautstark in der Satzpause. Er meinte die fahrige Einstellung zum Satzende. „Wir können verlieren“, fügte er nach Spielende hinzu. „Aber nicht so! Einen Satz abzuschenken, bevor er zu Ende ist, das kann ich nicht akzeptieren“, kritisierte er sein junges Team.

Im vierten Satz hatte sein Team den wuchtigen Aufschlägen von Allik wenig entgegenzusetzen, war mit 3:12 hinten. Steuerwald machte seine Androhung war, wechselte fast das ganze Team durch. Chefai kam für Jonas Sagstetter, Paduretu fürBenni Sagstetter, Thom für Suck, Friedrich für Gehringer und Niklas Brandt für Topuzliev. Das neuformierte Team kämpfte sich nochmal heran, doch der Satz war nicht mehr zu retten. MVP wurde Libero Lenny Graven.

Bei Steuerwald war der Ärger nach Spielende noch nicht verraucht: „Wir haben zweieinhalb Sätze echt gut gespielt. Aber dann den Satz herzuschenken, bevor er zu Ende ist, das hat mich sehr verärgert. Ich werde jetzt eine Nacht drüber schlafen, dann sehen wir, ob das Konsequenzen für die Aufstellung für morgen hat.“

Der zuletzt starke Hachinger Angreifer Simeon Topuzliev haderte auch mit den Schwankungen seines Teams: „Wenn wir einen Satz gewinnen, haben wir das Gefühl, dass es nun locker so weitergeht. Das ist schade. Aber das ist ein Entwicklungsprozess in so einem jungen Team.“ Mit seiner eigenen Entwicklung ist er zufrieden: „Ich habe zuletzt zweite Liga gespielt. Da hat es eine Weile gebraucht, mich zu akklimatisieren. Wir spielen gegen sehr gut organisierte Profiteams. Das macht Spaß und bringt mich weiter.“

Am morgigen Sonntag (14.02.2021) erwartet der TSV Unterhaching den VCO Berlin um 16 Uhr in der Bayernwerk Sportarena.

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Text: Jochen Wessels

Foto: Edmund Zuber