Am Ende überwiegt die Enttäuschung.

Mit 1:3 (18:25; 25:19; 14:25; 23:25) verlor der TSV Unterhaching gegen die Helios Grizzlys Giesen, war aber so nah dran einem weiteren Saisonpunkt wie lange nicht mehr.

Während die Flocken um die Bayernwerk Sportarena wirbelten, begannen beide Teams auf Augenhöhe. Jonas Sagstetter servierte ein Ass zum 7:7, dann brachte eine Aufschlagserie von Röling die Gäste in Front. Mit wuchtigen Angriffsschlägen verteidigten die Niedersachsen nun ihren Vorsprung. „Weiter mutig agieren“, gab Patrick Steuerwald den Seinen in der Auszeit mit auf den Weg. Er musste auf den angeschlagenen Friedrich verzichten, sein Gegenüber auf Angreifer Menner, der bei der österreichischen Nationalmannschaft weilte.

Im zweiten Durchgang setzten die Bayern dann das geforderte mutige Spiel um. Alex Zahar punktete sein Team zur Führung in der ersten technischen Auszeit (8:7). Haching agierte nun befreit mit wuchtigen Angriffen und druckvollem Service. Beim 13:11 bekam van Tilburg einen Ball von Topuzliev an den Kopf, ging kurz zu Boden, das 16:13 besorgte der Bulgare mit einem Ass. Einige starke Blöcke taten nun ihr Übriges, Haching baute die Führung aus. Gästecoach Stein wechselte seine Offensivreihe; Kern Schippmann und Hopt kamen rein, doch ohne Effekt.

Im dritten Satz folgte dann wieder ein schon so häufig bei Hachings jungen Team gesehener Einbruch. Chancenlos durch zu viele Eigenfehler war man gegen Grizzlys, die nun ihrerseits wieder aufdrehten und den Satz locker zu Ende spielten. „Solche Einbrüche sind eigentlich nicht zu erklären“, fanden die jungen Hachinger Blocker Gehringer und Suck: „Wir müssen da, wie auch am Ende des vierten Satzes, konstanter agieren. Bei uns überwiegt dann mitunter noch die Nervosität, während ein Gegner dann von seiner Erfahrung zehrt.“

Es folgte ein atemberaubender vierter Satz, der mit einem Ass von Jonas Sagstetter begann. Vor allem Simeon Topuzliev und Alex Zahar taten sich nun hervor, punkteten ihr Team in Front. Mit 18:12 führten die jungen Oberbayern zwischenzeitlich! Doch dann brachte eine starke Aufschlagserie von Giesens van Tilburg die Gäste heran. Esentwickelte sich ein Satzende auf Messers Schneide, das am Ende die erfahrenen Giesener glücklich für sich entscheiden konnten. „Natürlich sitzt erst mal die Enttäuschung“, so Steuerwald nach der Partie. „Wir waren selten so nah dran am zweiten Gewinnsatz, das war vielleicht unser bestes Spiel diese Saison. Dass wir den vierten Satz noch abgeben, gehört wohl zum Lernprozess. Zu sicher war sich von uns keiner, eher agieren wir oft in brenzligen Situationen zu hektisch. Das war auch im dritten Satz zu sehen. Da fehlt uns noch der Killerinstinkt. Wir lassen die Enttäuschung jetzt sacken, dann sehen wir auch wieder die positiven Aspekte, auf die wir aufbauen können.“

Ein Lob für Hachings Weg kam vom Gegner: „Ihr seid auf einem guten Weg, da bin ich mir sicher“, gab Giesens van Tilburg Patrick Steuerwald mit auf den Weg.

Das nächste Spiel des TSV findet am 23. 01. 2021 um 19.30 Uhr beim VfB Friedrichshafen statt.

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Text: Jochen Wessels

Foto: Günter Panhans